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Test und Empfehlung zur Sony HX5V

Nachdem ich mich durch den kaum noch überschaubaren Neuheitendschungel gekämpft, mir darüber klar geworden bin, warum ich, abgesehen von meinem Spieltrieb, schon wieder eine neue Kamera will und eben grade diese, halte ich nun die Sony HX5V in den Händen. Hm…….

Sony DSC HX5V

Sie hat alles, um einen zu blenden. Wahrhaftig, die Features sind bei der Kompaktheit beeindruckend! Schon die Daten machten klar, daß es sich um eine schnuckelige Allroundkamera handeln würde, für den der technikaffine Mann seine Frau wie angefixt eine ganze Weile im Abseits stehen läßt. Fraglich war mir aber gleich, ob die Faszination und das Vertrauen die erste Zeit, in der ich meine Frau für Testschnappschüsse und Videos mißbrauchte, lange überdauern würde. In den ersten 5 Sekunden weiß man, ob die Haptik stimmt. Mir ist das Anfaßgefühl zwiespältig.

Sony HX5V Griff und Video-Auslöser

Der Daumen findet hinten zwar seinen sicheren Halt und hat mit der feinen Kerb-Wulst-Kombination vorne rechts seinen stabilisierenden Widerpart. Bei allem optisch-elektronischen Verwackelungsschutz ist die Kamerahandhaltung  immer noch das wichtigste Merkmal für das Gelingen eines scharfen Bildes.  Man deckt mit den vorderen Fingern kein Micro ab und das Blitzfenster ist auch vor Abdeckung weitgehend sicher. Aber im Film-Modus muß man schon aufpassen, daß die linken Finger keine Tonstörungen hervorrufen. Also einhändig für’s Foto gut zu halten, für den Film beidhändig mittelprächtig.

Ich bin ein entschiedener Gegner dieser ewig weitergehenden Miniaturisierung. Wenn ich mir schon die Mühe mache, Bilder zu schießen, zu bearbeiten und schließlich zu verwalten, dann möchte ich nicht nur verläßliche Resultate, sondern auch eine durchdachte Ergonomie und Durabilität vorfinden. Mit beidem gibt es bei der Sony HX5V Probleme.

Wie viele Automaten -  die Sony HX5V kann kaum manuell gesteuert werden – tendiert die Kamera zur Überbelichtung und entsprechendem Ausfressen der Lichter.  Man wird also die Belichtungskorrektur  eigentlich immer auf mindestens -0,7 EV einstellen wollen. Im Fotomodus sowieso weniger problematisch, da die korrekte Belichtung schnell über die Fixierung eines helleren Bildauschnitts mit halb durchgedrückten Auslöser hingetrickst werden kann. Dann den Ausschnitt zu verändern, geht allemal schneller, als ins Menu zu tauchen. Für schnellste Schnappschüsse funktioniert das natürlich ebensowenig wie für Videos.  Da ist es sehr ärgerlich und absolut unverständlich, warum die EV-Einstellung nur im Foto-, aber nicht im Film-Modus beim Ausschalten erhalten bleibt. Ebenso muß der Weißabgleich im Filmmodus ständig neu eingestellt werden.

Korsgade  CC  extracor_2000

Sicherlich kann man keine Bedienerfreundlichkeit wie bei der Canon G10 oder G11 erwarten, aber das Abtauchen in Untermenus für regelmäßig gewünschte Einstellungen nervt schon gewaltig. “Was gibt’s denn da ewig einzustellen, nimm die Automatik und fertig!” Tja, viel anderes bleibt einem auch nicht übrig, da manuell kaum was geht. Kann ich mit leben,  daß aber EV-Wert und Weißabgleich sich nach jedem Ausstellen wieder zurücksetzen, ist, wo es offensichtlich um ein Softwareproblem geht, nicht akzeptabel.

Die Fotoqualität:

Ich will nicht wiederholen, was an anderer Stelle – zB sehr ausführlich und wohlbegründet bei Cameralabs – geschrieben wurde. Die Sony Cyber-Shot DSC-HX5 ist eine feine Kamera. Aber sie ist mit ihrer Fotoqualität auch nur grade eben noch akzeptabel.  Einem versierten Fotografen werden die Bilder einfach zu sehr vergewaltigt, die Bilder werden auf Teufel komm ‘raus entrauscht. Sprich: es fehlt den Fotos die gewünschte Schärfe.

25mm wide with night shot mode CC von Kazuya  Minami

Der HDR-Modus ist besonders bei Motiven, die stillhalten, sehr brauchbar. Der HDR-Modus scheint problemlos 11 Blendenstufen Lichtdynamik verkraften zu können. Das ist schon toll.  HDR-Bilder sind aber auch etwas soft. Und ebenso wie im effektiven Modus “Handgehalten bei Dämmerung” sollten diese Bilder kurz in Photoshop mit Gradationskurve und Kontrast und abschließend im Lab-Farbmodus nachgeschärft werden. Für großformatige Webbilder sowieso, aber auch für ein brillantes, selbstgestaltetes Fotobuch im DIN A4 Format reicht es dann allemal. Allzustark beschnitten dürfen die Bilder dann jedoch nicht sein.

Tokyo International Forum - Masahide Asamesi

Erfreulich gut kommen die Aufnahmen bei wenig Licht heraus, sogar bis ISO 3200 sind sie brauchbar. Man wundert sich manchmal über die bei allen Empfindlichkeitsstufen schwankende Bildqualität bei gleichbleibendem Motiv und Licht.  Wichtig ist, daß die Farben und  – auch bei Blitzaufnahmen – die Hauttöne  von der Sony HX5V gut getroffen werden.

Ein ganz besonders gelungenen Bericht zur Alltagstauglichkeit der Sony HX5V schreibt Markus Staudt in seinem “Nicht Review von einem Nicht Hobby Fotografen”. Es gelingt ihm, die Tauglichkeit mit Blick auf das Wesentliche für den “Nichtschrauber” in vergnüglichem Ton und sehr fundiert zu schildern.

Mindestens ebenso interessant ist sein Reisebericht aus Fuerte mit seinen Videoerfahrungen und -beispielen, die auf einem Spot die Stärken der Sony HX5V im Film-Modus aufzeigen.

Aber zum Video-Modus komme ich gleich.

Das Highlight der flotten Sweep-Panorama Aufnahmen.

Ich gestehe es, dieses Feature gefällt mir ganz besonders gut. Je öfter man header-Bilder in Webseiten einbaut, desto mehr weiß man diese pfiffige Technik zu schätzen. Sie fordert die Experimentiertfreude geradezu heraus, und es ist absehbar, daß uns in diesem Bereich noch viele ungewöhnliche Perspektiven erwarten. Das neue Spielfeld schlechthin! Und bei weitem noch nicht ausgereizt in Innenräumen, bei Gruppenaufnahmen oder aus ungewöhnlicher Perspektive.  Mit diesem simpel zu bedienenden Modus kann weit mehr als die übliche Landschaftsaufnahme gezaubert werden. Die Kombination mit Actionszenen war nicht von ungefähr im Sonyspot gewählt worden. Mit dieser Technik kann wirklich Neuland betreten werden.

Mit meinen eigenen Ergebnissen bin ich noch nicht ganz zufrieden und habe versucht unter der CC-License veröffentlichte Sweep-Panos zu finden, die ein büschen was hermachen, die Besseren sind leider geschützt.

Für mich ist diese Funktion der Kamera durchaus kaufentscheidend.

Das Beste zum Schluß: Der Video-Modus

In die engere Wahl kam die Kamera sowieso nur, weil mich die 25mm Weitwinkel für Video gereizt haben. Dann hab ich mir X Videos von X Kompakten mit 24/25er Brennweite angeschaut und die Sony HX5V ist übrig geblieben. Und dabei sind es im Video-Modus noch nicht mal 25 mm! Ist aber fast egal, denn im 16:9 Format kommen die tatsächlichen 28mm breiter rüber als die 25 mm im Foto-Modus. Bei Video wird anscheinend ein größerer Teil des Sensors genutzt, der Videoframe ist in Diagonale und Bildhöhe kleiner als beim Foto. Ich bekomme also, was ich will. Und finde die Verzeichnung durchaus akzeptabel. Ist schließlich auch eine Frage der Ausrichtung im Verhältnis zur Horizontalen - siehe oberes Bild.

Der Videoqualitätsvergleich geht für mich voll an die Sony HX5V. Was die kleine Knipse leistet, ist wirklich enorm, einen “normalen” automatischen Camcorder benötigt man eigentlich nicht mehr. Die Videofarben sind gut – lediglich die Rot-Farbauflösung etwas schwächer, der HD 1080i25 Modus überzeugend und vor allem auch die 720er Auflösung sehr schön. Es wird immer schnell vergessen, daß Videobearbeitung sehr aufwendig ist, wenn man nicht nur einzelne Clips veröffentlichen möchte. Außerdem kann die weit überwiegende Mehrzahl der Betrachter hochauflösende 1080i Videos gar nicht ruckelfrei abspielen. Am Fernseher vielleicht noch, aber nicht am Rechner. Daher war mir das Videoformat MP4 mit 1280×720 pixel besonders wichtig, weil ich nicht in AVCHD aufnehmen möchte. Mir zu aufwendig in der Bearbeitung – dauert mit meiner Rechnerleistung alles viel zu lange.

Ruckelfrei ist überhaupt das Stichwort! Es ist nun mal nicht zu ändern, daß die meisten Kompakten im Video-Modus keine ausreichende, manuelle Steuerung zulassen. Durch die verregneten Scheiben eines fahrenden Autos zu filmen, geht also mangels Fokuseinstellung nicht, es sei denn, man ist Regentropfenfan. Vor allem die saubere Nachführung der Schärfe durch die Automatik spielt also eine ganz wesentliche Rolle. Und ebenso die Bildstabi, der automatische Verwackelschutz, der beim Filmen das A und O darstellt. Man möchte angesichts der YouTube-Filme aufschreien: “Wer nochmal mit ‘ner hochauflösenden Cam Wackelvideos macht, kriegt ‘ne Abreibung!” In der Tat. Die Bildstabi bei der Sony HX5V ist gegenüber ihren Konkurrenten weit überzeugender, und dieses Plus ist für mich das kaufentscheidende Kriterium gewesen. Was nützt eine eventuell bessere Farb- oder Lowlightqualität, wenn der saubere Flow nur mit großem Aufwand oder gar nicht herstellbar ist? Eines der überzeugendsten Beispiele für die Videoqualität der Sony HX5V ist ebenfalls im Test von Cameralabs zu finden: Man erkennt deutlich, wie ruhig die handgeführte Kamera stabilisiert ist und wie sauber die Schärfe beim Zoomen nachgeführt wird.

Was videotechnisch mit der minimalistischen Ausrüstung der Sony HX5V herstellbar ist, überzeugt mich voll. Die Qualitätsbeurteilung mit YouTube-Filmen ist wegen der Rekodierung nicht ganz unproblematisch und sollte nicht zum Maßstab genommen werden. Kamera-Eigengeräusche machen sich nur im Winkel eines stillen Raumes bemerkbar, in der Praxis ist kein Grundrauschen zu hören.

Mein Urteil:

Die Sony DSC HX5 ist eher eine Videokamera mit brauchbarer Fotofunktion und nicht umgekehrt. Die Sweep-Panorama-Funktion ist mir sehr wichtig und bringt viel Spaß. Überhaupt ist die Kamera im besten Sinne ein feines Spielzeug. Die gut funktionierende GPS-Funktion ist angenehm und kann bestens zur Verschlagwortung genutzt werden, mir aber nicht wichtig und kostet Akkukraft.

Man muß es bei diesen kleinen, leichten Kameras erst lernen, stärkere Drehbewegungen um die Objektivachse beim Filmen zu vermeiden. Waagerecht halten mit dem Manfrotto 585 Modosteady geht leider nicht, weil das Stativgewinde am rechten Rand angebracht ist. Man kann sich aber – wie unten im Film demonstriert – noch ganz raffiniert für Geh- und Fahraufnahmen helfen und kommt bei der verläßlichen Bildstabilisation ohne großen Aufwand auf sehr gute Film-Ergebnisse.

Man muß sich also entscheiden, ob der fabelhafte Video-Modus die mangelnde Robustheit und nicht ganz wertige Haptik 300 Euros wert sind. Klar, die Sony-Techniker hätten der Cam einen besseren Foto-Modus einbauen können. Bei Freihandaufnahmen im Dämmerungsmodus – dem Twilight-Modus der HX5 – zeigt sich, daß die Sony z. Zt. nach meiner Meinung die beste Leistung aller kleinen Kompaktkameras liefert. Aber ob das schon reicht?


In diesem Jahr lassen auch anderer Mütter hübsche Töchter den Fotofreak erröten. Sony selbst bringt mit der Alpha NEX-5 im Juni 2010 eine hochinteressante Kamera auf den Markt, die allerdings mindestens doppelt so groß und teuer ist. Andere Hersteller werden zweifellos folgen.

So kann man vielleicht sagen: Die Sony DSC HX5V ist eine “Vorübergehend-Kamera”. Man weiß heute schon, daß man sie nicht jahrelang nutzen wird. Es sei denn, die Einschränkungen sind einem genau die Pluspunkte, die es ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: einfach und mit Vergnügen zu filmen, um schnell gute Ergebnisse zu erhalten.

Einfach mal zum Vergnügen diese interessante Befestigungs-Konstruktion zu Gemüte führen. Herrlich!

Alternative zu Nikon Camera-Control-Pro – Tethered Shooting for Nikon


Natürlich wäre es das Allerbequemste, man könnte sich die W-LAN Funktion für seine Nikon leisten, um die Aufnahme sofort auf dem Monitor beurteilen zu können. Reden wir nicht drüber. Es geht auch mit kostenloser Software: Tethered Shooting for Nikon von Raymond Lowe. Das Programm ist für Windows. Auch das RAW-Format ist nutzbar. Ebenso Intervallaufnahmen und Serien.

Die Software ersetzt selbstverständlich nicht alle Funktionen der Nikon Camera-Control-Software, aber die fast unmittelbare Kontrolle des Bildes auf einem großen Monitor ist damit sehr gut möglich. Eignet sich sowohl für Tabletop und mit etwas Vorsicht auch für sonstige Studioshootings.  Die Kamera kann auch vom Rechner aus ausgelöst werden, wesentliche Funktionen sind vom Rechner aus steuerbar. In Kombination mit einem Funkfernauslösesystem wie zB dem YongNuo kann man schon recht gut und bequem arbeiten.

Zusammen mit dem automatischem Import von Lightroom kann man seine Bilder gleich in einem Wunschordner speichern und auch gleich als Großbild ansehen. Die Zusammenarbeit mit Bridge soll auch möglich sein, habe ich aber bisher noch nicht getestet.

Tabletop Shooting und Kabelverbund zum Rechner

Bei einem 5 Meter langen Kabel empfiehlt sich ein gutes USB-Kabel mit Verstärkung zB: DIGITUS Repeaterkabel USB2 5 m Verbindungskabel mini

usb_sicherung

Wichtig ist eine Sicherung des USB-Kabels, damit keinerlei Zug auf den Stecker einwirkt. Dazu ist der Mini USB Winkeladapter sehr brauchbar. Mit einem Knoten im Kabel zum Trageriemen wird der mögliche Zug verhindert. Trotzdem sollte man vorsichtig sein. Eine ausgeleierte Mini-USB Buchse an der Kamera ist ein teures Ärgernis.

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Im Hintergrund sieht man den Kontroll-Monitor, den ich für diese Aufnahme etwas deutlicher plaziert habe. Ist grade bei feinen Weißnuancen sehr praktisch zur Beurteilung.

banan_scheiben

Die Beurteilung des belichtungstechnischen Unterschieds der verschiedenen Unter/Hintergründe, die aber wie einer aussehen sollten, fiel so erheblich leichter.

Manchmal vergißt man völlig, daß auch ein HDMI-Kabel eine direkte Beurteilung in Echtzeit ermöglicht, zB an der D300. Kann besonders für Makroaufnahmen sehr hilfreich sein, aber das Bild ist nicht so klar und auch kleiner als bei der beschrieben Methode mit der Freeware von Raymond Lowe. Von hieraus ein herzliches Dankeschön – Thank You! für das sehr hilfreiche Tool.

Hier eine ausführliche Video-Erläuterung auf Englisch von Raymond. Fast etwas lang, aber er erklärt es sehr schön und zeigt die verschiedenen Features schön auf.

Wireless Flash YongNuo RF 602 Blitz-Fernbedienung angetestet


Erste Spielereien mit dem Wireless Flash Fernbedienungsset YongNuo RF 602 Transmitter + 3x 602RX Receiver, die zumindest das Potential der YongNuo RF 602 Blitz-Funk-Fernbedienung erkennen lassen.

Funkblitzausloesung mit YonNuo RF 602

Erstmal soviel: Blitz-Fernbedienung wurde innerhalb von 3 Wochen aus Hongkong ohne Zolltrara angeliefert und funktioniert tadellos für meine Nikons und erstaunlicherweise ebenso für die Sony R1 – obwohl für Nikon Kompatibilität bestimmt, freu. Es gibt da durchaus ein paar Kniffe zu lernen, vor allem, wenn das Teil eher als Fernauslöser, denn als Blitzauslöser funktionieren soll. Als Funkfernauslöser kann der entkoppelte Blitz mit dem YounNuo RF 602 nicht synchron ausgelöst werden, es sei denn, man schaltet noch eine Funkfernauslösung wie die Phottix Cleon II Funk-Fernbedienung für Nikonhinzu. Ja doch, es funkt nur noch so.

Die Funkstrecke des Wireless Flash betrug beim ersten Bild unter den gegebenen Umständen bis zu ca 70m von der Kamara zu den zwei Blitzgeräten. Eine Fehlfunktion wurde zunächst mißdeutet, weil die Blitz-Fernbedienung nicht wie angegeben das SB600 aus dem Standby aufweckte. Mußte also auf Dauer-Modus umgeschaltet werden. Bei solchen Entfernungen wünscht man sich die Bequemlichkeit des Nikon Commanders SU 800, aber das Ding ist im Freien leider kaum zu gebrauchen, so unzuverlässig löst es aus.

Im zweiten Bild wurde zwar der Blitz und der Verschluß ausgelöst, der Blitz kommt aber zu früh, wenn man den Transmitter von der Kamera entfernt benutzt. Daher nachträglich über den Transmitter noch zweimal bei der Langzeitbelichtung den Blitz gezündet, was natürlich auch ganz anders gemacht werden kann.

Funkauslöser Blitzausfernlöser

Die Belichtungsautomatik iTTL funktioniert mit der Blitzfernbedienung nicht. Die Kamera erkennt ja auch nicht, daß geblitzt wurde, ergo ist auch nix mit zweitem Verschlußvorhang. Es sei denn man setzt den Blitz auf die Kamera und nutzt die YongNuo RF 602 Blitz-Fernbedienung lediglich als Funkfernbedienung.

Die kleine Outdoor Kameraausrüstung zum Trekking


Es kommt ständig die Frage: “was nehm ich denn auf die Wanderung, Tour, zum Trekking mit?”

Meist wird nur Gewicht und Größe der Ausrüstung bedacht. Eher selten, wie schnell man die Kamera zur Hand hat, oder wie lange man fummeln muß, bis alles wieder verstaut/gesichert ist. Daher mal eine persönliche Zusammenstellung von mir, die sich recht gut bewährt hat. Egal ob zu Fuß, auf dem Fahrrad, auf Skiern oder im Kajak.

Small equipment - kleine Ausrüstung

Auflistung der Ausrüstung:

Macht zusammen ein Gewicht von 1,9 Kilogramm incl. aller Akkus- tja, da kommt schon was zusammen. Aber für eine leichte und schnelle kleine DSLR-Ausrüstung finde ich das Gewicht immer noch sehr akzeptabel.  Zumal die Tasche wie abgebildet am Gürtel befestigt ist und kein Gebammel an der Schulter zieht. Sprich:Es kann noch ein Rucksack mit Hüftgurt verwendet werden, und:  die Kamera ist auch vom Fahrrad aus leicht zugänglich.

Wie im ersten Bild zu sehen, komme ich als Rechtshänder schnell an die Cam, kann die Tasche mit einer Hand verschließen und sogar den Blitz drauf lassen und sie eben mal vorübergehend sichern, um beide Hände wieder frei zu haben, ohne daß die Cam Gefahr läuft, bei Bewegungen aus der geöffneten Tasche herauszufallen. Alles geht sehr schnell, alles ist griffbereit. Die Nikon D40 paßt sogar mit angesetzter Sonnenblende in die Tasche. Nur bei Regen und schlechtem Wetter muß der Reißverschluß der Tasche vorsichtshalber zugezogen werden.

Manche kaufen sich die Nikon D40, gerade weil sie auf 6MP optimiert ist. Ich z.B.; selbst nach D70 und D300 fand ich die D40 so interessant, daß ich sie mir sogar extra für Outdoor besorgt habe.

Hauptgründe:

- Klein, klein, klein !!! und leicht.
- Blitzsynchro bis 1/500 sec, je heller umso wichtiger zum Schattenaufhellen im – Freien.
- sehr gute Bildqualität, wenn man nicht in den höheren ISO-Bereich will.
- c. 1000 Bilder in jpg Qualität mit größter Auflösung – sprich 6MB – mit einer Akkuladung. Finde ich sehr beachtlich.

Aber vor allem: Preiswert! Nicht selten schrecke ich davor zurück, teurere Ausrüstung auf Outdoor Touren zu gefährden. Da schmerzt die Ersatzbeschaffung einer weiteren gebrauchten D40 nicht so. Es scheinen aber einige auf diese Idee gekommen zu sein, die Gebrauchtpreise sind leider oft recht steil.

Wenn man schon seine Sammlung an Objektiven hat, dann ist es doch eine Idee, in der “Familie” zu bleiben. Wozu auf Micro Four Thirds,  G1 usw. schielen, wenn so leichte und gute Kameras wie die Nikon D40 zu haben sind? Manchmal ist “altes Spielzeug” immer noch das beste.

Elbnebel vor der  Dömitzer Brücke

Test der Unterwasserkamera Canon D10 für Tauchen und Outdoor

Ich wollte schon immer eine Kamera haben, die nicht schon in Gedanken wie eine Mimose behandelt werden will. Eine Unterwasserkamera, eine, die nicht jeden kleinen Stoß krumm nimmt, bei Regen, Schnee und Sand klaglos durchhält und sowohl für’s Tauchen und Baden als auch ganz allgemein für Outdoor taugt. Ich habe sie gefunden.

Klar, es gibt immer was zu meckern. Auch bei der Canon D10. Ich will hier nicht wiederkauen, was überall nachzulesen ist im Web. Ich will lieber darlegen, warum ich mich für sie – jetzt Anfang August 2009 – entschieden habe.

  • Klare, prägnante Bilder – eindeutig der wichtigste Punkt. So stand es in den Tests, und so hat es sich erfreulich bestätigt.
  • Schnelle,   sichere Handhabung. Wenn ich auch nur andeutungsweise den Eindruck bekomme, die Handhabung wird schwierig, dann war’s das für mich. Sofort. Die Canon D10  ist etwas gröber, als es den Taschenspielern lieb ist. Aber mir ist es  nicht wichtig, wie sich das Gerät in der Tasche macht, sondern wie es sich im Wasser, in glitschigen, eiskalten oder sonst unbequemen Umständen bedienen läßt.
  • Manuelle Bedienbarkeit. Uuups?  Gibt’s die überhaupt? Doch, doch. Voll ausreichend. Und zufriedenstellend.
  • Robustheit. Sicher ist meine Einschätzung sehr subjektiv, aber ich traue der Canon D10 in dieser Hinsicht. 10m Tauchtiefe sind möglich. Das spricht für eine bessere Sicherheit als bei den 3m Cams.

Starkes Licht auf Sensor

Beispiel mit starkem Licht auf den Sensor bei Kameraverwendung

Der großzügige Sucher – 230.000 Bildpunkte – zeigt bei Gegenlicht manchmal starke Blitzer und Artefakte, die Kamera bekommt es aber immer geregelt, die Aufnahme bleibt sauber.   Die Canon D10 besitzt einen 1/2,3 Zoll großen CCD-Sensor, was für eine Kompaktkamera eher erfreulich groß ist. Bei Videoaufnahmen muß man allerdings vorsichtig mit dem Lichteinfall sein.

Blitzer Canon D10 im Videomodus

Blitzer  im Videomodus

Video. Soweit ich feststellen konnte, ist das ein sehr verbreiteter Fehler – findet sich auch beim interessantesten Konkurrenzmodell, der Panasonic Lumix DMC-TS1 – Modell schied wegen friemeliger Tasten, mir zu komplizierter Bedienung und nur 3m Tauchtiefe aus. Hat allerdings echtes HD-Video.  Kleiner Einschub: Nicht alle HD Videos haben echte 30fps;  auf Full HD TV-Schirmen mit 100Hz ruckeln diese Videos – einfache Canon D10 Videos mit 30fps sehen im Vergleich  flüssiger aus.  Nicht immer ist HD-Video auf dem Papier auch die bessere Wahl. Nicht zu vergessen, daß es immer noch ein recht mühseliges Unterfangen ist, AVCHD Videos zu schneiden. Die Hardwareanforderungen sind hoch und die Software dafür mager und immer noch nicht ganz ausgereift. Erst alles in anderes Format konvertieren? Danke, nein.

Auch wenn der Zoombereich eher kurz ist, aber er funktioniert auch im Videomodus. Der Digitalzoom ist m.E. bis zur 4,6 fachen Vergrößerung bei Video und guten Lichtverhältnissen gut brauchbar – entspricht dann etwa 35-165mm Brennweite über den gesamten Zoombereich.

Der Autofocus funktioniert leider nicht während des Filmens. Weder beim Zoomen noch beim Schwenken. Man muß  also vorher entscheiden, welchen Entfernungsbereich man am Ende der Bewegung scharf haben möchte. Man kann aber auch etwas konsequenter bei einer fixen Einstellung bleiben. Meist die bessere Wahl.  Wenn man selbst ins Wasser steigt, kommt die wählbare Funktionszuweisung der “Drucken” Taste sehr gelegen. So kann auf Tastendruck auf den Videomodus und den Kameramodus  direkt zugegriffen werden. Überhaupt braucht man nur selten ins Menü. Alles Wesentliche ist über Tasten erreichbar. Das ist ein großes Plus für mich.

Für den Film wurde mit der Cam in der Hand vom 1m und 3m Brett gesprungen.  Druckänderung kein Problem

Einstellbarkeit. Natürlich gibt es nicht die Möglichkeiten der Canon G10, aber man kann die Belichtung schon ziemlich gut abstimmen.  Mit einer extra dafür bestimmten Taste kann die Belichtung in 1/3 Schritten im Programmmodus angepaßt werden.  Da bei solch einer Kompakten die Tiefenschärfe eh nicht groß beeinflußt werden kann, sind andere Modi gut zu verschmerzen. Die Canon D10 neigt m.E. zur Überbelichtung. Sie ist daher bei mir generell auf – 2/3 eingestellt.  Aber eine Anpassung für Schattendurchzeichnung ist schnell erfolgt. Ganz ähnlich einfach ist die Feineinstellung der Belichtung bei Video. Wichtig beim Schwenk, den Wert festzulegen, damit die Helligkeit nur in vorbestimmter Weise  nachreguliert wird, oder eben nicht, wie gewünscht.

Canon D10 Sondertasten

Big Deal!? Finde ich schon. Normalerweise geht die Belichtungskorrektur über das Funktionsmenu. Braucht mindestens 5 Klicks. Das macht man nicht fünfmal hintereinander zur Feinregulierung. So bleibt der Modus auch nach der Aufnahme erhalten und man kann gleich nachkorrigieren mit der Kontrolle über das Display. Sehr schön. Brauche ich fast ständig. Über die gleiche Taste wird auch die Videobelichtung eingestellt. Auf die frei wählbare Funktionstaste hab ich das Fokussieren gelegt.  Sehr zu begrüßen ist auch die Blitzbelichtung auf den 2. Verschlußvorhang per Tastenwahl. So blitze ich eigentlich fast ausschließlich, gerade auch zur Schattenaufhellung.

Nicht für jeden wichtig, aber manuelles Fokussieren ist auch möglich. Damit lassen sich Unschärfeebenen herauskitzeln, wenn auch kein reines Freistellen. Aber immerhin ein Plus.

Die Szenenmodi sind mehr Rätselraten und Hoffen als verläßliches und sicheres Fotografieren. Hab ich mich allerdings auch nicht intensiv mit beschäftigt.

nasser Sonnenstuhl im Regen

Typisches Beispiel, wo kaum eine Automatik richtig belichtet. Schnelle Korrektur mit der Canon D10 ist sehr einfach möglich.

Handling. Das Design ist sicher Geschmacksache. Ebenso das sichere Anfassgefühl. Wichtig finde ich das Halten mit einer Hand, da man ja gerade unter Wasser oder in Aktion die zweite anderweitig benötigt. Das  vergleichsweise große Gehäuse ist mir fast schon zu klein, aber es bietet gut Platz für große Tasten. Die sind ergonomisch passend angeordnet und lassen sich selbst beim Outdoor-Einsatz gut bedienen. Der Druckpunkt des Auslösers ist allerdings etwas schwergängig, so daß man aufpassen muß, nicht zu verreißen. Hier kommt der ausgereifte Stabilisator zum Tragen, der sehr zuverlässig arbeitet. Großer Vorteil unter Wasser, wo das Licht sowieso weniger, die Blitzreichweite eingeschränkt ist und man meist keinen guten Halt hat.

Canon D10 halten

Ich habe mir angewöhnt, die Kamera soweit es geht zu umfassen. Kleinen Finger an den Boden der Canon D10 und die übrigen Finger weiter auf’s Gehäuse, als ich es sonst bei einer Kompakten tun würde. Man darf nur das winzige Mikro nicht abdecken. Das gilt aber nur für relativ normale Situationen.

Canon D10 gesichert halten

In etwas rauheren Situationen ist das Auslösen mit dem Daumen die bessere Haltung. Und auf einmal macht die Form der Kamera sehr viel Sinn. Sie liegt sehr gut in der Innenhand, die Rundungen sind angenehm, und sie hat genau die richtige Größe, zumindest für mich.  Jetzt ist auch der Druckpunkt akzeptabel. Es ist sicher sehr schwierig, so viele Aspekte und Anwendungsbedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Aber als Outdoor- Kamera macht die Canon eine gute Figur.

Canon D10 Bilderbogen

Canon D10 Bilderbogen -  out of Cam,  nur verkleinert – meist in Farbeinstellung “Diafilm”

schwimmend

Einzelframe als Bild aus einem Unterwasservideo extrahiert

Fehler. Zweifellos ist der nicht vorhandene Weitwinkel das größte Manko der Canon D10.  In diesen Zeiten eigentlich nicht zu entschuldigen, wenn auch von der Modellpolitik her zu verstehen. War bei der G-Reihe nicht viel anders. Genauso wie die fehlende HD-Qualität des Videos. Denke, Canon will einfach nicht. Noch nicht. Es wird immer irgendetwas aus Absicht vermurkst, um Nachfolgemodelle vorlegen zu können. Genauso wie ich es unverschämt finde, daß das Netzteil nicht direkt an die Kamera angeschlossen werden kann, ein solches aber als Extra erhältlich ist. Knapp 50 Euro für den sehr sinnvollen langen Trageriemen sind auch ein starkes Stück.

Alles in allem kann ich das Urteil von dpreview nur bestätigen: “The Canon PowerShot D10 certainly put in an impressive performance both in and out of the water. It was one of the most responsive cameras to use, and at the same time it produced some of the sharpest and most detailed images of all the cameras in the group at lower ISO settings. On the downside the 3x zoom with no wide-angle capability might be a bit limiting in some situations.”

Es gilt wirklich nicht zu vergessen, daß die Outdoor- Eigenschaften ihre Bedingtheiten mit sich bringen.  Die Weitwinkelmängel können noch am ehesten mit Zusammenfügen von Bildern behoben werden. Für Landschafts- und Stadtaufnahmen meist kein Problem, macht man eh schon immer, wenn an der DSLR gerade nicht das passende Objektiv dran ist.  Auf die anderen kleinen Unvollkommenheiten kann man sich nur mit Nachsicht einstellen. Und vielleicht ganz bewußt mit ihnen eine gewisse Leichtigkeit genießen, die Einschränkungen manchmal mit sich bringen. Die Canon D10 wählt man, weil man eine reaktionsschnelle, robuste Outdoor Kamera will, nicht als “Eine-für Alles”. Gute Bilder lassen sich mit der Canon D10 auf alle Fälle mit sehr viel Spaß machen.