Spätestens beim Tod

Spätestens beim Tod eines uns nahen Menschen, wird die Frage, wie das Verhältnis zueinander war, im eigenen Inneren unüberhörbar. Da es zu spät ist, dann noch etwas ändern zu können, wird nur derjenige in dieser Zeit des Todes ruhig bleiben, der sich ohne Selbstbetrug sagen kann, daß er für den anderen da war. Daß er ihm offenen Herzens zugehört hat. Keine Kleinigkeit.

Wäre es da nicht wünschenswert, man hätte noch rechtzeitig geredet? Hätte zeitlebens verziehen? Hätte seiner Verletztheit weniger Raum gegeben?

Leider funktionieren Sonntagsweisheiten nicht so einfach. Und oft ist das Auseinanderdriften ganz unabwendbar, weil soviel räumliche Distanz neue Annäherung unmöglich macht. Aber zumindest im eigenen Herzen kann man versuchen, Verständnis füreinander zu finden. Umso leichter fällt eine Neubegegnung, wenn sie unerwarteterweise zeitlebens doch noch stattfindet.

Spätestens beim Tod eines uns nahen Menschen

Spätestens beim Tod eines uns nahen Menschen klärt sich unser Verhältnis zu diesem Menschen endgültig. Und dann ist es gut, wenn wir dabei mit uns im Reinen sind. Wenn wir auch dann noch zu unseren Entscheidungen stehen können. Wenn wir uns nicht schämen für das, was wir getan haben.

Spätestens beim Tod eines uns nahen Menschen wird uns klar, was Anstand bedeutet.

 

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