Qualität des Lichtes auf Regenperlen

Die Qualität des Lichtes ist für die Stimmung eines Bildes von entscheidender Bedeutung. Es kommt nicht immer nur auf Helligkeit und Lichtstärke an. Die Härte, die diffuse Weichheit des Lichtes, die von einem bedeckten Himmel geschaffen wird, die Lichtfarbe, das sind nur einige Aspekte der Qualität des Lichtes, die die Stimmung und damit die Resonanz auf ein Bild verändern können.

Kein Licht ist gut oder schlecht

Wenn man beginnt über eine Aufnahme nachzudenken, sollte  die Qualität des Lichtes immer im Vordergrund stehen und einem möglichst auch bewußt sein. Es ist anfangs nicht selbstverständlich “Licht zu sehen”. Aber mit der Zeit wird das Festhalten einer Szene weniger wichtig als deren Interpretation. Es tritt der Wandel vom Wunsch zur faktischen Wiedergabe einer Szene zur persönlichen, künstlerischen Ausdrucksweise ein. Zunächst gehört das fotografische Handwerk dazu, die Lichtqualitäten wahrnehmen und wiedergeben zu können, gerade mit und trotz der Automatik der Kamera. Langsam ergibt sich dann, daß bei fast jedem Licht fotografiert werden kann, wenn man deren Qualität für seine ganz individuelle Aussage zu nutzen weiß.

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Wer annimmt, daß die Zeit zwischen 10:00 und 16:00 an einem normalen Tag vom Licht her nichts zu bieten hat, der hat sich fotografisch in der Zwangsjacke des “akzeptablen” oder “unerwünschten” Fotolichtes gefesselt. Die Möglichkeiten sind endlos, wenn man erstmal beginnt, die Variationen von Licht und Schatten mit den Bildgestaltungsmöglichkeiten zu kombinieren. Es gibt fast nie einen Grund, ein Bild nicht mit der Kamera gestalten zu können.

Die Qualität des Lichtes bewußt nutzen

Bei beiden Aufnahmen herrschte kurz nach dem Regen ein sehr kühles und weiches Licht vor. Die Dämmerung hatte zwar begonnen, viel Brillanz war nicht mehr zu erwarten und auch eine wärmere Lichttemperatur nicht zu erhoffen. Es galt die Kontraste soweit zu erhöhen, daß nicht alle Farben und Strukturen verschwommen dargestellt werden würden. Wie meistens in solchen Fällen, hilft es, sehr viele verschiedene Positionen zum Himmel auszuprobieren oder zu den Motivdetails die Ausschnitte zu variieren. Trotz des vorherrschenden kalten Lichtes vermochte das zarte Rot der beginnenden Dämmerung den Augenblick etwas milder zu stimmen.

So können an einem Regentag, der einen eher abhält, die Kamera mitzunehmen, interessante Bildverfremdungs- und Gestaltungsexperimente probiert werden. Und so kann es auf diese Weise trotz schlechten Wetters interessant werden, sich auf den Weg zu machen und wieder ein wenig zu “spielen”. Mit dem Licht und seinen Stimmungen.

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