Mächtigkeit des Schloßes in Ludwigslust

Keine Ruhe, bis ich dieses Mächtigkeitsgefühl mit der Kamera eingefangen hatte

Als ich auf dem großen, eigentlich viel zu großen Platz vor dem Schloß herumging, hatte ich nur so ein merkwürdiges Gefühl, das sich mir dort nicht erschloß, das ich nur als kleine, unerklärliche Unruhe wahrnahm. Erst zu Hause dämmerte mir beim Betrachten der Aufnahmen, daß mir von diesem gewaltigen Groß-Klein-Kontrast ein unbehagliches, verändertes Selbstgefühl vermittelt worden war. In Wolfsburg, in der gigantischen Empfangshalle von VW war es natürlich von vornherein klar, was bezweckt werden sollte.

Verblüffend ist mir jedenfalls, daß der Trick funktioniert, daß man sich aktiv dieser Beeinflussungsmasche widersetzen muß. Das erzeugte Gefühl ist so subtil und gleichzeitig so mächtig, man weiß gar nicht, wie einem geschieht, und schon hat man sich selbst verkleinert und wird devot. Mit anderen Worten, man sollte nicht zu schüchtern, auch mal auf Wirkung aus sein und einen fesselnden Auftritt hinlegen.

Interessant ist mir auch, daß ich dort keine Ruhe hatte, bis ich dieses Mächtigkeitsgefühl mit der Kamera eingefangen hatte. Ich konnte es, wie gesagt, an Ort und Stelle nicht bewußt werden lassen, aber es hat mich getrieben, weiter zu fotografieren. Bei meiner Streetfotografie bin ich mittlerweile sowieso davon überzeugt, daß ich gar nicht weiß, warum ich auf den Auslöser drücke. Wundere mich zu Hause oft, welcher Moment so treffend blitzartig festgehalten wurde. Nachdenken dauert viel zu lange. Es hat sich fotografiert, mein Ich hat damit eher wenig zu tun.

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